Montag, 22. Mai 2017

Und das Theater geht weiter

Letzten Sonntag (14.05.) eine Trainingsrunde angesetzt. Ziel war, die Kamele hinten an den Hänger zu binden, mit ihnen den Hügel hinaufzufahren, dort einem von beiden den Sattel anzulegen und eine Runde zu marschieren. Möglichst mit Laila hinter und nicht neben Jamahl.

Hat nicht ganz geklappt. Ich wollte sie wieder vor der Scheune anbinden und um eine Eskalation erst gar nicht aufkommen zu lassen, habe ich sie einzeln geführt. Jamahl ging diesmal brav am Wassertank vorbei, aber Laila musste Theater machen. Ich legte ihr die nose-line an, was aber erst recht zum Aufstand führte. Sie wollte nicht. Sobald sie einen Zug spürte fing sie an zu brüllen und legte sich hin. Aufstehen wollte sie auch nicht mehr. Ich bespritzte sie mit der Wasserflasche – erwartungsgemäß sprang sie auf, rannte wie eine Irre herum, ich zog behutsam an der nose-line, sie legte sich hin. Das ging x-Mal so. Ich war schon wieder der Erschöpfung nahe, als nach gefühlten Stunden endlich beide vor der Scheune standen. Ich änderte meinen Plan, ließ Laila niederhooshen und legte ihr den Sattel auf. Ich dachte, wenn sie den schweren Sattel schleppt, wird sie nicht so herumhopsen und auch Jamahl in Ruhe lassen. Nun ja, ein wenig pushen geht immer, mit oder ohne Sattel. Beißen war nicht möglich, da sie sicherheitshalber den Maulkorb trug. Als ich endlich im Auto saß und die beiden Kamele hinten am Hänger angebunden waren, änderte ich meinen Plan und wollte es bei einer Rundfahrt belassen. Die ganze Aktion hatte mich schon zuviel an Energie gekostet, keine Reserven mehr, um anschließend zu laufen.



Zuerst ging alles gut, bis ich im Rückspiegel sah, das der Sattle zu rutschen begann. Ich hielt an, stieg aus und richtete ihn wieder gerade. Einige Meter weiter, und schon wieder hing er schief. Anhalten, hochhieven, weiterfahren. Ich beschloss den Sattel abzunehmen, wenn wir auf die stille Seitenstraße kommen. Da ich Laila hätte niederhooshen müssen, wäre ein vorbeidonnerndes Auto ein Risikofaktor gewesen dem ich mich nicht hätte aussetzen wollen. So weit kam es nicht. Kurz bevor wir die Abzweigung erreicht hätten, rutschte der Sattel völlig vom Höcker und hing auf Lailas linker Seite. Die Gurte waren hochgradig gespannt: wie sie lockern und den Sattel vom tänzelnden Kamel kriegen? Mit der rechten Schulter hob ich das Gestell so gut es ging an, mit aller Kraft gelang es mir, den Riemen vom Hals und von der Brust aufzumachen. War keine gute Entscheidung, hätte besser erst den Bauchgurt öffnen sollen. Jetzt hing das schwere Drum fast unter Lailas Bauch und nun flippte sie völlig aus. Ich konnte ihr nicht mehr nahe kommen, sie rannte von einer Seite zur anderen, schlug mit den Hinterbeinen aus, um sich irgendwie zu befreien. Hilflos schaute ich zu und sah im Geiste mal wieder gebrochene Haxen. Glücklicherweise gelang es ihr dann doch sich zu befreien. Sie stieg abschließend noch einmal in den Sattel und verursachte einen Riss in den Stoff – kann man flicken, egal, Hauptsache ihr ist nichts passiert. Den Sattel auf den Wagen laden und nix wie Heim. 



Dort angekommen kam mir der zukünftige Nachbar entgegen: ob ich mal schauen wollte, ein kangaroo hat sich im Zaun verfangen. Er konnte es befreien, aber es kann nicht laufen. Hmm, was soll ich da wohl machen können? Ich brachte Jamahl, den ich schon losgebunden hatte auf die Koppel und lief dann zu der Stelle, wo das arme Viecherl lag. Mit großen Augen schaute es uns an, war unfähig aufzustehen oder sich irgendwie zu bewegen. Offensichtlich hatte es sich das Kreuz beim Versuch sich zu befreien gebrochen. Ich war dafür es zu erlösen, der junge Mann hatte kein Gewehr und so holte ich meines.

Also heute (21.05.) ein neuer Anlauf die obere Runde zu gehen. Wieder erfolglos. Diesmal flippte Jamahl aus. Erst versuchte er mich zu beißen, als ich ihm das Halfter anlegen wollte, dann wollte er sich nicht niederhooshen, dann nicht bürsten lassen. Ständig sprang er auf und als es mir zuviel wurde und ich ein Vorderbein fixierte, ließ er sich empört zur Seite fallen. In den Zaun. Mehrmals. Das der nicht kaputt ging war ein Wunder. Laila schaffte es derweil den Karabiner vom Seil an dem sie angebunden war zu zerstören und mischte sich sofort in mein Erziehungsprogramm. 😭

Eine Stunde später standen sie endlich angebunden hinter dem Trailer. Ich fuhr langsam Richtung Hügel. Jamahl war nicht amused und zog ständig zurück. Als wir die Stelle passierten wo wir das letzte Mal anhielten um den Rückweg per pedes zu bewältigen, spürte ich einen heftigen Ruck … Der Blick in den Rückspiegel verhieß nichts gutes: Jamahl hatte das Seil UND seine nose-line zerrissen und machte sich gemütlich auf in Richtung Heimat! So eine Scheiße. Ich sendete Stoßgebete Richtung Himmel, dass bitte jetzt kein Auto kommen möge. Langsam ging ich Jamahl hinterher. Bloß nicht rennen, dann fühlt er sich verfolgt und rennt nur noch schneller. Man kann sich denken, wer gewinnen würde. Laila wollte natürlich auch mit und zog wie eine Irre, aber ihr Seil hielt. Ganz geheuer war Jamahl die Situation nicht, so hielt er nach ca. 50 m an und ich konnte ihm an dem Rest des Seiles zu fassen kriegen. Nachdem er wieder am Trailer angebunden war, entschloss ich mich es für heute gut sein zu lassen. Mit beiden Kamelen den Rückweg zu Fuß über Nachbars Grundstück zurück. Erstaunlicherweise war Laila sehr folgsam. Nicht einmal hat sie versucht mit Jamahl zu raufen. Auch diesmal trug sie ihren Maulkorb, aber keine nose-line. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, schließlich ist sie es, die mir im Moment die meisten Sorgen bereitet.

Am Monatsanfang schrieb ich eine mail an die Betreiber der Beltana Station:

Good morning,
Last year in April I spent a couple of nights camping at your station.  I want to ask whether I can come again - with 2 camels - around mid/end of June? I don't know whether we are still welcome since Kamahl left your place?
Thank you

Und ihre Antwort, kurz und bündig:
Yes you are still welcome to stay.


Sollte ich es schaffen, in absehbarer Zeit beide Kamele hintereinander zu führen, dann, ja dann, werde ich mich wohl wieder auf den Weg machen. 😅

Dienstag, 9. Mai 2017

Jungvolk!

Nachricht erhalten: "I see Danny has his camels advertised for sale now" Ja, ja der Dorfklatsch macht schnell seine Runde. Sofort habe ich die möglichen Stellen durchsucht und wurde ich auf gumtree fündig.

"Have you ever wanted to be a cameleer?

Now's your chance

We are offering our camels all the riding gear and custom built trailer with passenger loading platform up for sale.

All the equipment you need to start a camel business.

Package deal $25000 ono consists of

2 highly trained rides camels that have done everything from trekking to events and shows. Nativity scenes and street parades.

They come with a saddle each 2 saddle blankets and the custom built camel trailer. All as pictured.

In addition to the package we have 4 young half trained camels that need more work

All cow camels $1100each"

So ein Mist. Vor zehn Tagen hätte er beinahe Ali gekauft, jetzt gibt er auf? Sicherheitshalber habe ich ihn persönlich angeschrieben. "What happened? You're selling your camels?" Aus der Antwort bin ich nicht schlau geworden, wollte mir keine Blöße geben und habe nicht nachgefragt. "It's my business brain ticking over mate". Vielleicht meinte er - so wie ich es ihm schon dargelegt hatte - dass man von Kamelritten anbieten nicht leben kann? Ich äußerte mein Bedauern und er antwortete "When one door closes another opens". Nun ja. Lange hat der junge Mann nicht ausgehalten. Im September gekauft und jetzt schon wieder verkaufen. Hat gar nicht richtig angefangen. Mir kann's ja egal sein, aber ich hatte doch auf seine Hilfe in späteren Zeiten gehofft.

Nachtrag

Die Annonce war bald offline und neugierig wie ich bin, wollte ich genaueres wissen. Danny antwortete nicht auf meine sms, nicht sehr höflich, aber verständlich. Was muss er sich um eine neugierige Alte scheren? 
ABER! Am 15.05. landete eine Nachricht auf meine FB.Seite:

Hi, I'm buying Dannys camels, Chardonnay and Merlot. How did you find them when you worked with them? 

Es war Tony aus NSW, einer der Teilnehmer von dem Kurs im Oktober. So klein ist die Kamelwelt! Ich berichtete ihm von meinen Erlebnissen, wie toll und brav und gehorsam die Ladies sind. Konnte mir allerdings nicht verkneifen von meinen Bedenken bzgl. Alter und Gesundheitszustand von Chardonnay zu berichten. Offensichtlich hatte Tony den Preis auf $ 20.000,- runtergehandelt, in meinen Augen immer noch viel zu viel [wenn man bedenkt, dass Danny nur 1/10 des Preises ausgegeben hatte].

Donnerstag, 4. Mai 2017

Kurzbesuch bei Ali

Ein klitzekleines bisschen hatte ich gehofft, sie würde freudig erregt auf mich zukommen. Mich abschnuffeln, Bussi geben, Begrüßungs-Muhen ertönen lassen. Nichts dergleichen. Alles wie gehabt. Dexter, der Bulle, kam sofort, um sich ein paar Äpfel abzuholen, Ali hat mit langem Hals eine halben Apfel angenommen. Wendete sich gleich ab und verzog sich auf die andere Seite des Yards.

Auch die Reaktionen der potentiellen Käufer waren nicht erfreulich. 'Sie lässt sich gar nicht anfassen!' Ach? Was habe ich denn vorher gesagt? Sie ist eine Schmusekatze, oder was? Ich wollte sie festnageln, ihnen eine Entscheidung abzwingen. Kaufen oder soll ich sie wieder abholen? Der Mann wiegelte immer nur den Kopf, die Frau meinte, Dexter würde einen Kompagnon brauchen. Offensichtlich steht er aber gar nicht auf Ali. Er ist sein Leben lang ohne seinesgleichen ausgekommen, denkt eher, er wäre ein Rindvieh. Die Leute haben sich noch eine Woche Bedenkzeit ausbedungen.

Obwohl es mich verletzt, dass Ali nach wie vor nichts von mir wissen will, fällt mir durch diesen Umstand die Trennung von ihr relativ leicht.

Montag, 1. Mai 2017

Das erste Mal ...

... ohne Ali.

Um etwas Abwechslung in den Ablauf zu bringen, führte ich die Kamele zunächst Richtung Haus/Stall. Jamahl war noch nie dort und wollte nicht an dem Wassertank vorbei. Drei Versuche, dann band ich ihn an den Zaun und ging mit Laila weiter. Sie folgte brav, hatte auch keine andere Möglichkeit, da ich ihr sicherheitshalber den Maulkorb umgebunden hatte. So verhinderte ich,dass sie an jedem Busch stehenbleibt und sich ein Häppchen genehmigt (und wenn ich versuche sie daran zu hindern, sie anfängt zu bocken und aufzusteigen). Als sie hinter der Ecke verschwand protestierte Jamahl lautstark, ließ sich dann wie ein gut erzogener Hund am bedrohlichen Wassertank vorbeiführen. In den Stall wollte er zunächst auch nicht, so viel Neues und Ungewohntes um ihn herum. Sanfter Zwang, ein wenig Zeit zum Nachdenken geben und alles ist gut.

Derweil holte ich das Auto und koppelte den Hänger an. Ich wollte sie diesmal hintereinander - und nicht wie sonst üblich nebeneinander - durch die Gegend kutschieren. Wie erwartet erfolgte entsprechender Protest. Wie kann ich nur? Ich, Laila, habe am rechten äußeren Rand zu laufen und nicht seitlich links! Erstes gehupfe und verwickeln, aussteigen, gerade richten, weiter. Nein, ich will nicht, ich will auf die andere Seite! So ging das ein paar Mal hin und her. Sie versuchte auch Jamahl zu beißen, was ihr ja wegen des Maulkorbs nicht gelang. "Nur" schubsen ging noch und wurde mit Protestgebrüll (von Jamahl und mir) geahndet.

Ein Stück die Landstraße rauf und wieder runter, bis ein akzeptabler Rhythmus gefunden war. Kurzfristig entschloss ich mich, es zu Fuß weiterzuwagen. Wieder etwas, was Jamahl noch nicht kannte. Wir hielten beim südlichen Tor vom westlichen Nachbarn und gingen die ca. 1,5 km über die Hügel zurück zum Grundstück. Bin ganz schön aus der Puste gekommen. Wenn Jamahl marschiert entsteht ein ordentliches Tempo, er ist mir auch ein paar mal mit seinen langen Latschen hinten auf den Absatz gestiegen. Ganz rund lief der Marsch nicht, sicherlich meiner Unbeholfenheit und Unsicherheit zuzuordnen. Aber wir sind heil angekommen.



Ein kleines Frühstückchen und anschließend ein Verdauungsnickerchen.



Mittwoch, 26. April 2017

Rabenmutter

Schlaflose Nächte gingen voraus. Soll ich? Soll ich nicht? Habe ich versagt? Habe ich Fehler gemacht? Liegt es an mir und es ist meine Pflicht, es wieder ins Lot zu bringen? Ist es fair, sie weg zu geben? Kneife ich? Bin ich zu faul?

Gestern morgen durfte ich ihr wieder - gefühlt stundenlang - auf der Koppel hinterher gehen/rennen, bis es mir gelang sie einzufangen. In den letzten Tagen habe ich sie lediglich am Seil gehalten, zum Pfosten geführt und ihr den Trog mit dem Frühstück gereicht. Keinerlei Versuch sie zu streicheln, bürsten, am Halsband halten, Halfter abnehmen oä. Und trotzdem, keinen Schritt in Richtung Vertrauensbildung vorwärts gekommen. Es ist auch nicht so, dass sie sich daraus einen Spaß machen würde, sie lediglich mit mir Fangen spielt. Nein, sie hat höllische Angst, zu erkennen an dem Durchfall, der sich während der Nachlauferei entwickelt.

Ich kann nicht mehr. Ich war ja damals mit meiner Hündin Clare in einem ähnlichen Zustand. Soviel Hunde hatte ich schon. Selber gezüchtet, mit der Flasche großgezogen, halbverhungerte, misshandelte arme Kreaturen gerettet, aber noch nie mit einem Hund wie Clare zu tun gehabt. Ein Hund, der bereits im Alter von sechs Wochen nichts mit mir zu tun haben wollte. Eine Bekannte riet mir, Clare wegzugeben. Sie hätte auch so einen Hund gehabt, ihn auf einen anderen passenderen Platz vermittelt und es ging ihm und ihr gut dabei. Ich war empört. Wie kann man seinen Hund weggeben, nur weil man mit seinen Besonderheiten nicht fertig wird? Nun, im Nachhinein weiß ich, dass das ein guter Rat war, denn dann würde Clare noch leben. Und nicht auf Grund meiner Borniertheit und Ignoranz mit fünf Jahren erschossen worden sein.

Bei Ali besteht zwar keine Gefahr, dass sie erschossen wird, aber sie fühlt sich nicht wohl unter den Bedingungen, die ich ihr biete. Also brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben, denke ich. Es ist die beste Lösung für alle. Ich habe weniger Arbeit und Sorgen, Ali braucht keine Angst mehr zu haben und hat mit ihrem neuen Platz nicht nur liebe Tierfreunde, sondern auch noch einen Kumpel, der sie hoffentlich nicht so mobbt wie Laila und Jamahl.

Heute habe ich sie weggebracht. Es hat nur eine Stunde gedauert, bis ich sie eingefangen und auf dem Hänger verlanden hatte. Jamahl habe ich mitgenommen, Laila am Zaun angebunden und an den Vordergliedmaßen gefesselt zurückgelassen. Wäre ich nur mit Ali weggefahren, hätten sich die Zurückgebliebenen zu sehr aufgeregt. Als wir zurückkamen, war Laila so froh Jamahl wiederzusehen, dass sie ganz auf Ali vergessen hat, zumindest hat es keinerlei Protestgebrüll gegeben wie neulich, als die beiden alten Kamele wieder abgeholt wurden.




Ihr neues zu Hause ist eine Farm mit vielen anderen Tieren, die sich die Frau des Hauses als Haustiere hält. Neben dem einsamen Kamel, noch x Esel, Zwergrinder, Schafe, Minischweine uva.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Unterbringung: obwohl sie Hunderte von Hektar besitzen, lebt das Kamel in einem ziemlich kleinen Yard. Es übersteigt niedrige Zäune und geht in der Nachbarschaft spazieren und muss deshalb auf engem Raum sicher untergebracht leben. Aber sie wollen das ändern. Sie haben meinen Solar-Elektrozaun gesehen und werden (hoffentlich) sowas in der Art installieren (Michael said that he wanted to electric the whole big Paddock. So I will give them a few days and let them out to see if they will stay around also ).

Erste Nachfrage wie es geht: When u left she was upset ,but now after a stack more carrots and she loves apples she has settled


Montag, 17. April 2017

Happy ending ?!

Yeah! Habe gerade einen Anruf erhalten, der mein Herz höher schlagen lässt! Es sieht so aus, als ob ich die passende Lösung für mein Problemkind Ali gefunden hätte. Aber der Reihe nach.

Ali ist noch immer die "Unberührbare". Ich schaffe es nach wie vor nicht, ihr Vertrauen zu gewinnen und mit ihr zu arbeiten. Vor einigen Tagen durfte ich wieder eine volle Ladung Kamelkotze geniessen - von den Haaren über die Klamotten bis auf die Schuhe, von oben bis unten voll mit Panseninhalt, nur weil ich sie am Halsband fixieren wollte. Ich bin sowas von fertig mit ihr. Als erstes rief ich Don an, von dem ich Jamahl gekauft hatte. Der hat kein Interesse an einem Kauf, jetzt geben die Koppeln kein Futter mehr her, alles muss zugekauft werden. Aus dem Grund will er selber verkaufen und nicht kaufen. Der nächste Ansprechpartner war Dan, der junge Mann, der in Zukunft von Kamelritten seine Existenz bestreiten will. Er würde sie kaufen, weiß aber über ihr Phobien und bot nur $ 500,- an, die Hälfte von dem was ich mir vorstelle. Auch wäre das nicht die beste Option denn es würde heißen, Ali muss arbeiten. Was einerseits gut ist, dafür sind Kamele ja da, aber andererseits würde die Ausbildung den totalen Stress für sie bedeuten. Ich hatte noch eine Lösung im Sinn und wandte mich über FB an eine Tierfreundin, hier die Konversation:

Hi Kye, I know you're very busy and that you have a lot to deal with. But I have a problem and I'm thinking of different options to solve it. Perhaps you can give me some advice? A long story 😞. Since I met a camel in Alice Springs 1994 it was my dream to have my own camel. I worked hard for it and finally my dream came true: Immigration to Australia, purchasing some acres, getting my first camel Laila 2014. When I got Laila she was approx. 6 months old and very scared. But soon we became friends and I was adopted by her as her mother. The problem was that I was not allowed to leave her alone on the paddock. She started pacing up and down the gate (not eating) until I came back. I organized a sheep as companion but she was freaking out - thought it's a lion or tiger! I returned the sheep to its owner and heavy hearted bought a second camel Ali. Ali came from a person who is known for his cruelty, he is beating the camels until they do what he wants them to do. It took ages until she trusted me but I was happy with the outcome. I was able to do anything: hoosh her down, put a halter on, lead her, brush her, lift a leg,... she was better than Laila who can be bossy and naughty. Last year in June she - from one moment to the other - relapsed and she thought I'm the bad old man! I was not able to catch her, touch her, do anything with her. 5 days later she was back to normal, but I have absolutely no idea what triggered her mood swing. Now she is doing it again! But this time it's already 2 months that she doesn't want to have to do anything with me. When I'm able to catch her (she is currently having a long rope around her neck) and I try to work with her she is screaming, spitting at me and shitting herself. I have now a third camel and instead of taking interest she is standing by herself, not interacting with Laila or Jamahl. I know, over the time she will come fine again but I'm pretty exhausted with her. I want to train my camels to be pack animals and go trekking. She is not reliable. What, if I'm in the middle of nowhere she decides again to be silly? Or running off with my gear? I'm considering 3 possibilities: 1) keep her and - when time comes and I want to go trekking - give her during this time to a 'boarding' facilities (someone nearby has camels and would look after her) 2) sell her - I'm really sick and tired about this. don't know how often I cried because I never gave her a reason to develop this behaviour. The fear is so deep in her and she always forgets that she can trust me. 3) Perhaps asking you to take her and I will pay for her food and other expenses? A monthly rate of a certain amount that is appropriate? I already have an offer for selling her, I don't know what to do. I think she (and especially Laila) would prefer to stay, but my nerves are really stretched. Sorry for this long story. Perhaps you or Gil have another idea?

We can and are happy to help. But we just need to complete this court stuff . We feel we are almost over it so we don't think it will be long . In the meantime i pray you keep her until she can come to us. It feels as if she needs to come out of the cycle of buying and selling and just be allowed to be...Some camels have experienced such trauma that they do need a home with no expectations and she will get that with us. I think that she is being triggered by things being done to her that take her back to being abused,even though she is no longer being abused..poor love Always contact us ,we will always help when we can ...can you keep her for time being and just not work with her

Thank you for your response. I will try my best. It's so hard for me - being by myself without friends and support. Sometimes I think I should sell everything and move to the city and live a life that's appropriate for my age. Really desperate. But good to know that you can perhaps help me (and her). She is now 4 years old and lived her 1. year (after being caught in the wild and separated from her mum ) with some others at this man (perhaps you heard about Gordon Hampel? He is well known for his cruel approach). Thank you again!!

...You could even come over here with your camels and Gill would be happy to help you work through these issues... Very soon we will be free to help . I haven't heard of Gordon,does he have any nicknames

He was called Sheikh. I was told (from different persons) that he was jailed for having sex with a donkey in public! Now he is 90 years old. Last time he visited the near by camel owner and looked at the animals. He suddenly hit an 30 year old gentle camel in the face with his walking stick. For no reason. He wanted to demonstrate the right way to interact with camels!!! My first visit at his place was he wanted to sell me a 2year old female. I never saw a more fearful and desperate animal before! I new I can't handle such a mistreated creature and left. Next time when I picked up Ali she was already in the freezer! Mettwurst! Because she jumped the fence- who could blame her?

What a vile man ,thank God he is in his 90's and we don't have to suffer him for too long...Gill just asked if you had thought about trekking with a small wagon..its much easier than with just packs and you can still have a few comforts and it really quietness camels down fast.

Yes, but then I 'm bound to roads. I really would like to explore the deserts by foot. Think a wagon will get bogged. Anyhow. Thank you again!!! Btw: on Saturday I'll drive to RSPCA at Lonsdale: there is a female Sulphur crested cockatoo looking for a new home. The boys will love that 😊😍. Happy Easter to you, Gill and all creatures!🍬🍭🐇🐇🐇

Soweit der Dialog. Das hat mich doch beruhigt. Ein wenig. So gut meinend diese Leutchen sind, sie haben selber genug Probleme. Ein Paar, um die 50 schätze ich, stehen vor Gericht und Delogierung. Leben seit 10 Jahren auf einem Grund, der ihnen von einem Farmer zur Verfügung gestellte wurde (ohne Kauf- oder Pachtvertrag) und jetzt offensichtlich einer Holding gehört. Falls das Gericht zu Gunsten der großen Firma entscheidet, müssen diese Tierfreunde mit ihren 30 Kamelen und zig anderen Farm- und Wildtieren die Lokalität räumen. Geld haben die auch nicht, betteln halt ständig auf FB herum. Würde dann sowas wie eine Patenschaft für Ali übernehmen.

ABER, da war noch ein Kurzbesuch von meiner Nachbarin Aileen mit ihren Enkeltöchtern. 




Sie hat ein paar Fotos gemacht und auf FB gestellt. Und prompt hat ein friend reagiert: "Where are these camels? I am looking for a girl for Michael's Dexter. He is desexed but is lonely . Poor boy."   Ich bat Aileen den Kontakt herzustellen und ...tadaa ... fast eine Woche später der Anruf. Die Interessentin züchtet Minischnauzer und bekommt in 14 Tage das erste Geld vom Welpenverkauf. Sie war sofort bereit die $ 1000,- zu zahlen. Das gute ist, dass sie nicht mit ihrem Kamel arbeitet, ihn nur als Liebhaberei hält und dass schon seit Jahren. Sie bekamen den kleinen Bullen als er 6 Monate alt war und er ist jetzt 5 Jahre. Das wäre die allerbeste Lösung für Ali: nur rumstehen, fressen und einen Kumpel haben. Und Besitzer, die sich die Haltung auch leisten können. Ich erwähnte, das Ali some issues hat und am besten wäre es, sie kämen auf ein meet and greet vorbei! Am Sonntag werden sie hier aufschlagen.




Donnerstag, 30. März 2017

Material, Material

Trotz immer wiederkehrender Zweifel an der Sinnhaftigkeit meiner Zukunftspläne, habe ich einige Einkäufe für meine (imaginären) Trecks getätigt.

Da wäre zunächst einmal eine neue Matratze. Eigentlich wollte ich eine normale 10 cm Schaumstoffmatratze haben, konnte ich aber nirgends finden. So sollte es wieder eine sich selbstaufblasende Schlafunterlage werden in der Hoffnung, sie möge dicht bleiben.


Hüftgelenksschmerzen wie beim letzten campen werden mir mit diesem Teil hoffentlich erspart bleiben.

Die nächste Frage, welche Satteltaschen soll ich besorgen? Fast alles Equipment für solche Expeditionen besteht aus Sonderanfertigungen. So wie beim Sattel muss man Hersteller suchen und finden und jedes Teil speziell herstellen. Das bedeutet Kosten. Ich schwanke immer zwischen ordentlich/dauerhaft = teuer und provisorisch/anfällig = leistbar. Bei den Satteltaschen entschied ich mich für letzteres. Auf der Suche nach Alternativen wurde ich beim Autozubehör fündig. Da gibt es große Behältnisse, die man hinten an den Reservereifen eines SUV hängen kann. Für's erste sollten die reichen. Wenn ich wirklich weitermache, kann ich mir noch immer 1A Satteltaschen vom Experten anfertigen lassen.


Die Schlaufen, die um den Reifen zur Befestigung herumführen habe ich abgeschnitten und zwei 5 cm Ringe angenäht. Karabiner dienen zum Anhängen an den Packsattel.

Auf Amazon fand ich einen Händler für ausrangierte Armee-Sachen. Dort bestellte ich mir noch zwei große Seesäcke, auch die kann ich mit Karabiner an den Sattel hängen.


Das sollte reichen, um meine Sachen unterzubringen. Wenn ich überlege, wie ökonomisch die weltumreisenden Fahrradfahrer unterwegs sind, dann kann ich vergleichsweise meinen halben Hausstand in die 2 x 60 l und 2 x 120 l fassenden Behälter packen.

Last but not least, ebenfalls vom Armee-Geschäft: 6 x 20 l Wassersäcke. Bin total glücklich über den Fund. Kanister wären eine Alternative, sind aber so unhandlich. Und die mir bekannten Markenartikel sind sauteuer: bis zu $ 40,- pro 10 l Sack (Ortlieb)! Da bin ich mit meinen € 12,- pro 20 l Sack gut weggekommen. 


Jetzt brauche ich bitte noch brave Tiere, die mir das Zeugs auch schleppen. Gestern hatte ich wieder eine Niederbruchsphase mit Heulattacken. Heute wieder besser drauf, bin ich mit Jamahl eine kleine Runde über's Grundstück gegangen. Der ist zweimal ausgeflippt -  Bocksprünge vor ihm Unbekanntes gemacht und ich habe die Hose wieder gestrichen voll gehabt. Bin zu meiner bewährten Strategie übergegangen: über den Koppelzaun geklettert und von der anderen Seite aus Jamahl geführt. Da fühl ich mich sicher (habe halt ständig Angst, er rennt mich von hinten nieder), vermittel dadurch mehr Selbstsicherheit und Jamahl folgt wie ein Lämmchen. Ich muss halt positiv denken, mich nicht so sehr unter Druck setzen. Es dauert halt alles seine Zeit. 

Was wäre die Alternative? Aufgeben, die Kamele weggeben? Einen Wohnwagen kaufen und wie die anderen grey nomads im Winter nach Queensland? Mich auf Campingplätzen einreihen? Oder in Motelbetten schlafen? Oder den Scheiß Winter hier aussitzen? Oder alles verkaufen und in die Stadt ziehen?

Zweifel, Fragen, Unsicherheiten.